Bleib in Verbindung

Vorzeitiger Samenerguss: wenn Mann zu früh kommt

Gesundheit

Vorzeitiger Samenerguss: wenn Mann zu früh kommt

Viele Männer leiden unter der im Fachjargon Ejaculatio praecox/EP genannten Sexualstörung; im Volksmund eher bekannt als: frühzeitiger Samenerguss. Wir klären mögliche Ursachen und Behandlungsansätze.  

Frühzeitiger Samenerguss: die Definition

Die Medizin spricht von einem frühzeitigem Samenerguss, wenn die Ejakulation innerhalb der ersten Minute nach der Penetration erfolgt. Ist dieses Problem wiederkehrend, wird das zu frühe Kommen als krankhaft bezeichnet. Es gibt jedoch verschiedene Ansätze, mit denen die Ejaculatio praecox behandelt werden kann, um beiden Partner wieder eine erfüllte Sexualität zurückzugeben.

Die Ursachen eine frühzeitigen Ejakulation

Bevor die richtige Behandlungsmethode gewählt werden kann, gilt es, die Ursachen des vorzeitigen Samenergusses ausfindig zu machen. Möglich sind:

  • körperliche Ursachen und
  • seelische Ursachen.

Organische Ursachen

Wird die frühzeitige Ejakulation auf organische Ursachen zurückgeführt, ist oft eine entzündete Prostata oder Harnröhre schuld. Allerdings ist es schwierig, eine konkrete körperliche Ursache für die Ejaculatio praecox verantwortlich zu machen, da sehr viele verschiedene Areale im Hirn, Rückenmark und Nervensystem daran beteiligt sind.

Psychische Aspekte

Psychische Ursachen einer vorzeitigen Ejakulation können negative sexuelle Erfahrungen sein. Auch ein zu früher Kontakt mit Sexualität sowie geringe sexuelle Erfahrung stehen als mögliche Ursachen im Raum. Häufig verlängert sich die “Ausdauer” bei Männern im Laufe der Zeit. Allerdings kann auch sexueller Leistungsdruck und die Angst von einem erneuten frühzeitigen Samenerguss eben diesen begünstigen.

Neurobiologische Kriterien

Aktuell betrachtet die Medizin vor allem den Hormonhaushalt, wenn nach Erklärungen für einen per Definition krankhaften frühzeitigen Samenerguss gesucht wird. Für diesen Ansatz spricht beispielsweise, dass sich Medikamente, die in den Hormonhaushalt eingreifen, als wirkungsvolle Therapie bei vorzeitigem Samenerguss erwiesen haben.

Medikamentöse Behandlung

Anknüpfend an den neurobiologischen Erklärungsansatz hat sich Dapoxetin, ein Wirkstoff aus der Gruppe der SSRI (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer), als recht wirksam erwiesen. Ein bis drei Stunden vor dem Liebesakt eingenommen, kann das Medikament die Zeit bis zur Ejakulation maßgeblich verlängern. Anders als andere Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wird Dapoxetin wieder recht schnell verstoffwechselt. Dennoch sind mögliche Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit und Durchfall nicht ausgeschlossen. Das Mittel ist verschreibungspflichtig und sollte nur auf ärztlichen Rat und in enger Abstimmung mit dem behandelnden Mediziner eingenommen werden.

Tipp: Eine tryptophanreiche Ernährung (Tryptophan = Vorstufe von Serotonin) kann den Serotoninspiegel im Körper natürlich erhöhen. Außerdem sind regelmäßige Bewegung und der Aufenthalt im Freien sowie ausreichend Licht wichtig, um die Hormonhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Ferner ist Johanniskraut eine gute, fast nebenwirkungsfreie Alternative zu selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern.

Lokalanästhetika bei vorzeitiger Ejakulation

In Form von Cremes, Gels und Sprays sind auch örtliche Betäubungsmittel für die Behandlung des vorzeitigen Samenergusses zugelassen. Meist handelt es sich dabei um die Wirkstoffe Lidocain oder Benzocain, die rund eine halbe Stunde vor dem Akt auf die Eichel aufgetragen werden. Weil diese Stoffe die sexuelle Erregbarkeit der Frau herabsetzen, ist es zwingend erforderlich, die Creme vor dem Sex abzuwaschen oder in jedem Fall ein Kondom zu verwenden. Einige Hersteller bieten bereits Präservative an, die von Haus aus mit einer leicht betäubenden Substanz auf der Innenseite versehen sind, um die männliche Ausdauer zu erhöhen. Allerdings können lokale Betäubungsmittel dazu führen, dass Erregung und Lustempfinden beim Mann leiden, was ebenso kontraproduktiv für den Liebesakt ist.

Medizinischer Ansprechpartner bei sexuellen Funktionsstörungen ist der Urologe. Eine Überweisung vom Hausarzt ist nicht zwingend notwendig, stellt jedoch sicher, dass die Untersuchungsergebnisse des Urologen beim Hausarzt hinterlegt werden.

Quellen & Verweise:

https://www.netdoktor.at/therapie/vorzeitiger-samenerguss-behandlung-5169692
https://www.aerzteblatt.de/archiv/58268/Einfuehrung-in-die-Diagnostik-und-Therapie-der-Ejaculatio-praecox
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=1877

Kommentare

Mehr in der Kategorie Gesundheit

To Top