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UV-Strahlung und Glas: Bräunen durchs Fenster möglich?

Leben & Wohnen

UV-Strahlung und Glas: Bräunen durchs Fenster möglich?

Spätestens wenn die Sonnenstrahlen im Frühling wieder intensiver werden, tauchen zahlreiche Fragen in Verbindung mit UV-Strahlung, brauner Haut und Sonnenbrand auf: “Ist Sonnencreme giftig?”, “Wie wird man am schnellsten braun?“ und “Bräunt man auch im Schatten?” sind nur einige davon. Ebenfalls hoch im Kurs: “Kann man auch hinter einer Glasscheibe (z. B. einer Autoscheibe) braun werden?”. Die Antwort wird euch möglicherweise erstaunen.

UV-A & UV-B: Welche Strahlen machen braun?

Während die äußerst gefährliche UVC-Strahlung weitgehend durch die Ozonschicht der Erde gefiltert wird, muss unsere Haut mit der verbleibenden UVB- und UVA-Strahlen fertig werden. UVB-Strahlen haben eine hohe Energiedichte, dringen jedoch nur bis auf die Oberhaut vor. Dort kurbeln sie vor allem die Synthese des lebenswichtigen Vitamin D an – ein Mangel kann die Entstehung zahlreicher Krankheiten begünstigen.

UVA-Strahlen sind hingegen weniger energiereich, dringen jedoch tiefer in die Hautschichten ein. Die Gefahr der UVA-Strahlung wurde lange Zeit unterschätzt, doch die Anzeichen häufen sich, dass es vor allem dieser Teil der UV-Strahlung ist, der an der Entstehung von schwarzem Hautkrebs beteiligt ist [1].

UVB-Strahlen sorgen für direkte Pigmentierung der Haut

Wer den natürlichen Sonnenschutz der Haut in Form erhöhen will, kommt um UVB-Strahlen nicht herum [2]. Die Strahlen bewirken, dass die Haut neues Melanin herstellt. UVA-Strahlen sorgen hingegen nur für eine Umverteilung von bereits vorhandenen Pigment-Vorstufen [3].

Wenn bereits vorhandene, farblose Vorstufen von Melanin durch die Einwirkung von UVA-Strahlen mit Sauerstoff oxidieren, spricht man von der sogenannten direkten Pigmentierung. Die sich schnell einstellende Bräunung der Haut verringert sich jedoch schon nach 24 Stunden. UVB-Strahlung führt zu einer indirekten Pigmentierung. Dabei wird  in den Melanozyten aus der Aminosäure Tyrosin der Farbstoff Melanin gebildet.

Der bräunende Effekt von UVB-Strahlung ist demnach nachhaltiger und intensiver. UVA-Strahlen bräunen nur kurzzeitig und das auch nur, wenn bereits ausreichend Pigment-Vorstufen gebildet wurden. Zeitgleich können UVA-Strahlen ebenso Sonnenbrand auslösen und die Hautalterung beschleunigen.

Glas filtert nicht alle UV-Strahlen

Herkömmliches Fensterglas filtert zwar fast die gesamte UVB-Strahlung, lässt aber rund 50 % der UVA-Strahlen durch. Das bedeutet: Man wird auch hinter einer handelsüblichen Glasscheibe braun. Allerdings handelt es sich dabei weder um eine gesunde, noch um eine langanhaltende, intensive Bräunung der Haut durch neu gebildetes Melanin. Um den natürlichen Schutz der Haut durch Melanin und die Lichtschwiele (Verdickung der Hornhaut) zu stärken, muss man sich im Freien aufhalten.

Wichtig: Ein Sonnenbrand sollte sowohl vor als auch hinter der Glasscheibe vermieden werden. Natürliche Sonnenschutzmittel können dabei helfen, eine gesunde und natürliche Bräune aufzubauen. Sobald man sich auch ohne Sonnenschutz länger der Sonne aussetzen kann, sollte man regelmäßige Besonnungseinheiten einplanen, um den Vitamin-D-Spiegel zu erhöhen und die Speicher für die dunkle Jahreszeit aufzufüllen.

Quellen & Verweise

[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5742376/

[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2671032/

[3] https://info.dermatologikum.de/blog/uva-uvb-sonnebrand__17.php

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