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Stillen in der Öffentlichkeit: was Du beachten solltest

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Stillen in der Öffentlichkeit: was Du beachten solltest

In der U-Bahn, im Cafe, der Parkbank oder sogar am Arbeitsplatz: Überall sieht man Mütter, die Ihr Kind in der Öffentlichkeit stillen. Aber ist das eigentlich erlaubt? Klare Antwort vorab: Ja, es gibt bisher kein Gesetz, dass dem öffentlichen Stillen einen Riegel vorschieben würde. Dennoch polarisiert das Thema.

Öffentliches Stillen: zwischen Lob und blöden Blicken

Während es durchaus viele Menschen gibt, die auf öffentlich stillende Frauen zugehen und ihnen ihr Lob aussprechen, sich nach der Schwangerschaft für diese natürliche Methode entschieden zu haben, gibt es auch Frauen und Männer, die den Anblick abstoßend finden. Hin und wieder hört man als stillende Mutter sogar Worte wie “ekelhaft”. Aber woran liegt das, wieso polarisiert das Thema so stark?

Nicht nur Nacktheit als Problem

Während die Befürworter keinerlei Kritikpunkte sehen, halten die Kritiker das öffentliche Stillen aus mehreren Gründen für unangebracht. Zum einen ist die öffentliche Nacktheit. Da wir uns in unserer sexualisierten Gesellschaft allerdings an den Anblick nackter Haut – in jedem Fall aber “tiefer Einblicke” – gewöhnt haben sollten und es außerdem Verhüllungsmöglichkeiten beim Stillen gibt, setzen Kritiker noch an anderen Punkten an. So sei das Stillen ein sehr intimer Vorgang, da es um das Übergeben von Körperflüssigkeiten geht.

Tipps für das öffentliche Stillen

Wer sich als Frau trotz möglicher Kritik dazu entscheidet, auch an öffentlichen Orten nicht auf das Stillen des eigenen Kindes verzichten zu wollen, sollte ein paar Tipps beherzigen.

Tipp  #1: Schlecht einsehbare Bereiche nutzen

Statt sich sprichwörtlich ins Schaufenster zu setzen, kann man als Mutter weniger gut einsehbare Bereiche von Cafes oder Restaurants nutzen. Zwar kann man sich auch hier nicht ganz sicher sein, dass wirklich niemand beim Stillen zusieht, doch auch potentielle Kritiker werden positiv anmerken, dass man sich als Frau nicht auf den Präsentierteller setzt.

Tipp #2: In der Umkleidekabine oder dem Stillraum stillen

Befindet man sich gerade beim Shoppen, bieten sich Umkleiden an, wenn sich das Kind mit Schreien zu Wort meldet und Hunger signalisiert. Viele Bekleidungsgeschäfte und sogar Möbelhäuser besitzen heutzutage Stillräume bzw. Stillzimmer, in denen man sich als Frau ungestört vor teils komischen Blicken die nötige Zeit für sein Kind nehmen kann.

Tipp #3: Stilloberteile (Still-Tops) tragen

Zusätzlich zu den ersten beiden Tipps helfen Stilloberteile, den Vorgang so gut es geht zu verhüllen und Anfeindungen aus dem Weg zu gehen. Auch Stilltücher sind eine gute Methode, den intimen Vorgang in der öffentlich so diskret wir möglich zu gestalten.

Tipp #4: Abpumpen

Eine Alternative zum Stillen in der Öffentlichkeit wäre außerdem, die Muttermilch zuvor abzupumpen (sofern möglich) und dem Kind öffentlich nur das Fläschchen zu geben.

Fazit: Eine Frage des Respekts – von beiden Seiten

Was gefällt und was auf Ablehnung stößt ist immer eine Frage der persönlichen Sichtweise und wird zudem von kulturellen und möglicherweise auch religiösen Hintergründen geprägt. Zwar kann man die Meinung vertreten, dass Stillen das natürlichste der Welt ist und deshalb auch öffentlich stattfinden darf, doch Kritiker könnten entgegnen, dass auch Sex etwas natürliches ist und man es trotzdem nicht vor aller Augen an öffentlichen Plätzen tut.

Auch wenn der Vergleich möglicherweise ein wenig hinkt, ist es eine Frage des Respekts. Bedeutet: Wer sich als Frau diskret verhält, sich so gut es geht verhüllt, Stillräume nutzt oder wenn nicht vorhanden sich wenigstens an ein ruhiges Plätzchen zurückzieht, zollt den Kritikern Respekt und wird hoffentlich auch keine blöden Blicke, sondern Akzeptanz ernten.

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