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Ibuprofen, Paracetamol & Co: Welche Schmerzmittel sind in der Schwangerschaft erlaubt?

Medikamente

Ibuprofen, Paracetamol & Co: Welche Schmerzmittel sind in der Schwangerschaft erlaubt?

Eines vorab: Schmerzmittel, egal welcher Wirkstoff, sollten in der Schwangerschaft (und auch sonst) nur angewendet werden, wenn andere Möglichkeiten zur Behandlung der Schmerzen nicht in Betracht kommen. Vor allem als Schwangere sollte man jede Einnahme mit dem Arzt abstimmen, denn je nach Wirkstoff, sind die möglichen Auswirkungen auf das Ungeborene sehr unterschiedlich.

Acetylsalicylsäure (ASS)

Acetylsalicylsäure wirkt schmerzlindernd, fiebersenkend und hemmend auf die Blutgerinnung. In der Schwangerschaft ist bei ASS deshalb Vorsicht geboten: Acetylsalicylsäure kann Blutungen auslösen und zu Fehlbildungen des Kindes führen. Zudem wirkt das Schmerzmittel im letzten Drittel der Schwangerschaft wehenhemmend. Eine Einnahme des Wirkstoffes kann also für Schwangere nicht empfohlen werden. Sollte das Schmerzmittel dennoch eingenommen werden müssen, scheint eine Dosis bis 300 mg pro Tag als einigermaßen unbedenklich eingestuft werden zu können.

Paracetamol

Laut Experten des Pharmakovigilanz- und Beratungszentrums für Embryonaltoxikologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin (Embrytox) gehört Paracetamol während der Schwangerschaft zu den ungefährlicheren Wirkstoffen. Zwar legen Studien nahe, dass die Einnahme des Stoffes während der Schwangerschaft mit Asthma- und ADHS-Erkrankungen beim Neugeborenen in Zusammenhang gebracht werden können, doch laut Embryotox ist die Methodik dieser Untersuchungen zu kritisieren – ein tatsächlicher Zusammenhang könne nicht abgeleitet werden.

Ibuprofen

Ibuprofen zählt zu den NSAR (Nichtsteroidale Antirheumatika) und gilt in den ersten zwei Schwangerschaftsdritteln (bis Woche 28) ebenfalls als relativ unbedenklich, sofern die Einnahme gezielt und in so niedriger Dosierung wie nötig erfolgt. Im letzten Drittel der Schwangerschaft sollte auf die Einnahme von Ibuprofen verzichtet werden, da es beim Ungeborenen den Verschluss eines lebenswichtigen Gefäßes in der Nähe des Herzens auslösen kann – auch Nierenschäden können auftreten.

Schmerzmittel in der Schwangerschaft: Nutzen-Schaden-Abwägung erforderlich

Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass Schmerzmittel in der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Schaden-Abwägung angewendet werden sollten. Macht die Einnahme Sinn, haben sich Ibuprofen und Paracetamol (in den ersten zwei Dritteln) als recht unbedenklich erwiesen. Im letzten Trimenon (27. bis 39./40. Woche) ist bei leichten Schmerzen allerdings nur noch Paracetamol zu empfehlen. Auf Acetylsalicylsäure sollte (sofern nicht anders vom Arzt angeordnet) während der gesamten neun Monate lieber verzichtet werden.

Bei schweren Schmerzen in der Schwangerschaft ist möglicherweise die Gabe verschreibungspflichtiger Schmerzmittel angezeigt, da die Erhöhung der Dosis eines der oben genannten Schmerzmittel zu schweren Komplikationen führen könnte.

Hinweis: Wir haben diesen Artikel anhand der aktuellen Studienlage und allgemein zugänglicher Informationen von Fachseiten verfasst. Das Internet als Informationsquelle ersetzt jedoch keine persönliche und individuelle ärztliche Beratung / Behandlung. Gerade während der Schwangerschaft sollten auch frei verkäufliche Schmerzmittel ausschließlich in Absprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden.

Quellen:

https://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_news_652_1_1602_schmerzmittel-in-der-schwangerschaft-bergen-gefahren.html

https://www.embryotox.de/schmerztherapie.html

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/83498/Schmerzmittel-in-der-Schwangerschaft-reduzieren-haematopoetische-Stammzellen

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