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Ibuprofen: Schmerzmittel wirksam bei Depressionen?

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Ibuprofen: Schmerzmittel wirksam bei Depressionen?

Ibuprofen: Schmerzmittel wirksam bei Depressionen?

Ibuprofen ist in vielen Situationen das Schmerzmittel der Wahl. Auch wenn es natürliche Alternativen gibt, greifen viele Deutsche bei gelegentlichen Kopfschmerzen, Rückenleiden und anderen chronischen Schmerzen, wie sie durch unterschiedlichste Krankheiten verursacht werden, gerne zur rezeptfreien (bis 400 mg) Schmerzpille. Außerdem verschreiben Ärzte das Mittel in höherer Dosierung, um Entzündungen und Fieber entgegenzuwirken. Doch ein Anwendungsbereich des Arzneistoffes ist bisher noch relativ unerforscht: der seelische Schmerz.

Ibuprofen offenbar weniger gefährlich als die Konkurrenz

Ibuprofen kann bei einer dauerhaften Einnahme zwar unschöne Nebenwirkungen haben, doch scheint im direkten Vergleich mit anderen nicht-opioiden Schmerzmitteln wie den Wirkstoffen Diclofenac und Acetylsalicylsäure die beste Option für die gelegentliche Einnahme und Selbstmedikation zu sein. Allerdings deuten zahlreiche Studien darauf hin, dass auch Ibuprofen – ähnlich wie Diclofenac – das Risiko für einen Herzstillstand bei dauerhafter Einnahme um bis zu 31 Prozent erhöht. So sollte inbesondere bei Personen mit erhöhtem Risiko für, oder einer bereits bestehenden Herz-Kreislauferkrankung eine sorgfältige Nutzen-Schaden-Abwägung erfolgen. Manchmal sind rezeptpflichtige, von einem Arzt korrekt dosierte Schmerzmittel verträglicher.

Mögliche Ibuprofen Nebenwirkungen:

  • Magenschmerzen, Übelkeit & Durchfall
  • Nierenschäden
  • Erhöhung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Sehstörungen
  • Asthma & Allergien

Wichtig: Nicht (oder nur in Absprache mit dem Arzt) angewendet werden darf Ibuprofen bei bereits bestehenden Beeinträchtigung der Leberfunktion, des Herzens oder der Nieren.

Wieso Ibuprofen bei Depressionen helfen könnte

Ibuprofen gehört als nicht-steroidales Antirheumatikum (NSAR) zu den sogenannten COX-2 Inhibitoren (COX-2 Hemmer). Somit vermindert der entzündungshemmende Stoff auch die Ausschüttung des inflammatorischen Prostaglandin E2. Während Prostaglandin E2 (PGE2) beispielsweise bei der Bildung von Magenschleim als Magenschutz und der Nierendurchblutung beteiligt ist (daher auch die Nebenwirkungen von Ibuprofen), steht bereits seit vielen Jahren im Raum, dass ein Übermaß an PGE2 mit Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen bzw. deren Symptomatik in Verbindung steht. Wird die Ausschüttung des Stoffes gehemmt, könnten sich also auch die Symptome verbessern.

Bei der oralen Anwendung in Tablettenform beträgt die empfohlene maximale Einzeldosis Ibuprofen 800 mg. Die Gesamtdosis innerhalb von 24 Stunden sollte je nach Alter und Gewicht zwischen 1200 und 2400 mg nicht überschreiten.

Natürliche Alternativen zu Ibuprofen

Im Olivenöl haben Forscher einen Stoff entdeckt, der ähnlich wirkt wie Ibuprofen. Das im Öl der Olive enthaltene Oleocanthal zeigte in verschiedenen Untersuchungen, dass es ebenfalls die Enzyme COX-1 und COX-2 hemmt und damit die Bildung von Prostaglandinen unterbindet. Der Grund wieso Olivenöl weniger Nebenwirkungen hat als Ibuprofen, ist, dass die Wirkung um ein Vielfaches geringer ausfällt als bei Deutschlands meist verkauftem Schmerzmittel. Übrigens: Neben Olivenöl besitzt auch das im Kurkuma enthaltene Curcumin schmerzlindernde Stoffe, die ähnlich wie Ibuprofen wirken. In mehreren Studien konnte eine positive Wirkung von Kurkuma bei durch rheumatoider Arthritis verursachten Schmerzen nachgewiesen werden.

Wichtiger Hinweis: Wer unter Depressionen leidet, sollte in jedem Fall die Hilfe eines Arztes in Anspruch nehmen und nicht selber herumexperimentieren. Das Internet als Informationsquelle ersetzt keine ärztliche Beratung und Behandlung.

Quellen

  1. psychiatrie.uniklinikum-jena.de/Forschung/Schwerpunkte/Metabolische+Studien/Arachidons%C3%A4ure.html
  2. deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2005/daz-38-2005/uid-14612
  3. pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=2106
  4. stern.de/gesundheit/ibuprofen-und-diclofenac-erhoehen-das-risiko-fuer-einen-herzstillstand-7371288.html
  5. pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=davos9_04_2003
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