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Wieso wahre Freundschaften so wichtig sind

Gesundheit

Wieso wahre Freundschaften so wichtig sind

Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt”, heißt es in dem berühmten Song-Klassiker aus dem Film “Die Drei von der Tankstelle”. Was im Jahr 1930 galt, das Jahr in dem der Film erschien, das gilt erst recht heutzutage im digitalen Zeitalter. Wo Menschen Hunderte vermeintlicher Freunde auf Facebook haben, die Gier nach Followern auf Instagram und Twitter immer größer, und fast zu einer Art Währung geworden ist, lassen sich “echte” von “unechten” Freunden immer schwerer unterscheiden. Dabei sind echte, authentische Freundschaften für unsere körperliche und geistige Gesundheit immens wichtig.

Was wahre Freundschaft ausmacht

Freundschaft ist ein Gefühl und damit nur schwer in die eng abgesteckten Grenzen einer Definition zu pressen. Es gibt keine Regeln, wie oft man sich in einer wahren Freundschaft sehen, oder wie häufig man telefonieren sollte – schließlich geht es bei wirklichen Freunden um die Qualität, nicht um die Quantität der gemeinsam verbrachten Zeit. Eine Reihe von Eckpunkten, an denen man wahre Freundschaften erkennt, die gibt es allerdings schon:

  1. Echte Freunde sind für Dich da, wenn es drauf ankommt.
  2. Echte Freunde interessieren sich aus tiefstem Herzen für Dich.
  3. Echte Freunde reden Dir nicht nach dem Mund, sondern sagen Dir ihre ehrliche Meinung.
  4. Echte Freunde machen Ihre Freundschaft zu Dir nicht von bestimmten Dingen abhängig.

Und jetzt mal Hand aufs Herz: Wie viele Menschen in Deinem näheren Umfeld kennst Du, auf die diese vier Punkte wirklich zutreffen? Nicht so viele? Nicht schlimm! Forscher des Massachusetts Institute of Technology fanden in einer Studie heraus, dass gerade mal die Hälfte unserer vermeintlichen Freunde (und Freundinnen) sich auch selbst als Freunde von uns sehen.

Merken wir an einem gewissen Punkt dieser vermeintlichen Freundschaft, dass die Vorstellung von wahrer Verbundenheit nur eine Illusion war, kränkt uns diese Erkenntnis. Besser ist also, die Authentizität in Freundschaften gelegentlich auf den Prüfstand zu stellen, um zu erkennen, ob die freundschaftliche Liebe auch auf Gegenseitigkeit beruht. Hier gilt: 5 echte Freunde sind besser als 500 “unechte”.

Echte Freunde: gut für die Gesundheit

Ebenfalls wissenschaftlich untermauert ist die These, dass sich Freundschaften positiv auf Körper und Geist auswirken. So konnte eine von australischen Wissenschaftlern durchgeführte Studie zeigen, dass das Bestehen wahrer Freundschaften unsere Lebenserwartung erhöht. Außerdem scheint der Einfluss von Freunden auf die Gesundheit größer zu sein als der, den die nahen Verwandten, eigenen Kinder und Lebenspartner auf unser Wohlbefinden haben. Auch hier wussten die “Drei von der Tankstelle” vor mittlerweile über 80 Jahren schon genau Bescheid, denn: “Ein Freund bleibt immer Freund, auch wenn die ganze Welt zusammenfällt.”

Wahre Freunde sorgen für Oxytocin-Ausschüttung

Der Grund, wieso Freundschaften eine solch positive Wirkung besitzen, scheint das Hormon Oxytocin zu sein, das auch in gut funktionierenden Partnerschaften eine entscheidende Rolle spielt. Spüren wir tiefe, ehrliche Vertrautheit, wird der Stoff verstärkt in unserem Körper ausgeschüttet. Indem der Botenstoff wiederum die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol senkt und das Belohnungszentrum im Hirn aktiviert, fühlen wir auch in schwierigen Situationen weniger Angst und Stress, einer ernsthaften Depression wird dadurch in vielen Fällen vorgebeugt. Und weil Stress nachgewiesenermaßen einer der größten Faktoren bei der Entstehung von Krankheiten ist, kann die emotionale Nähe und Vertrautheit, die wir in echten Freundschaften spüren, unser Leben nicht nur lebenswerter machen, sondern statistisch auch verlängern.

“Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern.” (Aristoteles)

Echte Freunde finden

Wenn Du der Meinung bist, dass Dir echte Freunde im Leben fehlen, wird es Zeit, Dich für neue (oder auch bestehende Bekanntschaften) zu öffnen. Geh unter Leute und sei bereit, auch tiefgehende Gespräche zu führen, statt mit dem üblichen Smalltalk immer nur an der Oberfläche zu kratzen. Du wirst sehen, dass sich echte Freunde automatisch finden und Freundschaft auf keinen Fall erzwungen werden muss (und abgesehen davon auch nicht erzwungen werden kann).

Internet & Freundschaften: weder Fluch, noch Segen

Übrigens ist das Internet nicht nur schlecht, was das Entstehen enger Freundschaften betrifft. Vielmehr kann die digitale Vernetzung im 21. Jahrhundert durchaus dabei helfen, Menschen kennenzulernen, die auf der gleichen Wellenlänge liegen wie Du. Der letzte Schritt hin zur wahren Freundschaft muss allerdings in der analogen Welt gegangen werden und ist im Grunde genommen sogar mehr als nur ein kleiner Schritt, sondern ein langer Prozess, der sich aus gemeinsamen Erfahrungen und echter Nähe speist.

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