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Bräunungsspritze mit Melanotan: gefährlicher Beauty-Trend

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Bräunungsspritze mit Melanotan: gefährlicher Beauty-Trend

Braune Haut gilt in unseren Breitengraden als Schönheitsideal – jedenfalls solange es natürlich aussieht. Prinzipiell ist gegen eine gesunde Bräune auch nichts einzuwenden, denn durch die Produktion von Melanin schützt sich unser Körper vor dem schädlichen Anteil der UV-Strahlen. Braune Haut ist also ein natürlicher Sonnenschutz, der nur dann entsteht, wenn wir uns auch tatsächlich (gemäßigt) der Sonne aussetzen – normalerweise!

Braun durch Injektion

Statt sich an der frischen Luft aufzuhalten und die Vitamin-D-Produktion über die Haut durch UVB Strahlen anzukurbeln, möchten viele Menschen auch ohne Sonne schnell braun werden. Viele glauben sogar, ihrer Gesundheit mit gefährlichen Beauty-Trends wie Bräunungsspritzen einen Gefallen zu tun. Schließlich werden an vielen Stellen nur die schädlichen Aspekte der Sonnenstrahlen kommuniziert. “Was kann also besser sein als braun zu werden, ohne dafür in die Sonne zu müssen”, fragen sich da einige.

Gesunde Bräune? Nicht mit der Bräunungsspritze!

Ein nicht mehr allzu neuer Trend verspricht gesunde Bräune ohne Sonne. Statt Sonnenbrand und Faltenbildung in der Sonne zu riskieren, braucht man sich lediglich den Stoff Afamelanotid unter die Haut zu injizieren – schon beginnt der Körper mit der Bildung von Melanin. Bereits wenige Tage später stellt sich eine deutliche Färbung der Haut ein, die laut Hersteller Clinuvel bis zu zwei Monate lang halten soll.

Bei Afamelanotid, das unter dem Namen Melanotan I und II vertrieben wird, handelt es sich um einen synthetisch hergestellten Stoff, der ähnliche Wirkungen besitzt wie das natürlich vorkommende melanozyten-stimulierende Hormon α-MSH. Dieses Hormon wird normalerweise in der Haut freigesetzt, sobald unser Körper Sonnenstrahlen wahrnimmt und sorgt für die Produktion von Melanin.

Melanotan: nicht zugelassen, ungetestet und illegal

Deutsche Ärzte warnen laut Ärzteblatt vor dem Stoff, der zwar nicht zugelassen ist, im Internet aber trotzdem illegal gehandelt wird. Auch die britische Arzneibehörde Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHPR) stell klar, dass Melanotan zum einen bisher nicht auf Sicherheit und Qualität getestet wurde, und es zum anderen bei der Injektion des Stoffes zu Hause zu Infektionen kommen kann. Langzeitfolgen der Bräunungsspritze sind also nicht abzusehen.

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