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Akupunktur hilfreich in der Schwangerschaft

Gesundheit

Akupunktur hilfreich in der Schwangerschaft

Die Akupunktur zählt zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und wurde bereits vor rund 3.000 Jahren im alten China entwickelt. Mittlerweile bieten nicht mehr nur spezielle Therapeuten und Heilpraktiker, sondern auch Schulmediziner (mit entsprechender Zusatzausbildung) die Akupunktur als ergänzende Therapie bei allerhand Beschwerden an. Die Wirksamkeit dieser Therapieform ist immer besser erforscht. So soll die Akupunktur auch bei Beschwerden in der Schwangerschaft helfen und die Geburt erleichtern.

Was passiert bei der Akupunktur?

Mittels sehr feiner, nur etwa 0,3 mm dicken Nadeln soll der Energiefluss im Körper wiederhergestellt, und ausgeglichene Energien verschiedener Körperregionen ausgeglichen werden. Dafür werden die biegsamen Nadeln schmerzlos ca. 0,5 mm tief an verschiedenen Punkten des Körpers in die Haut gesetzt. Als Patient/in entspannt man für etwa 30 Minuten auf einer Liege und lässt die Nadeln wirken. Und diese Wirkung ist dank moderner Verfahren wie der Kernspintomographie immer besser erforscht.

In der Schwangerschaft werden vor allem vier Punkte akupunktiert:

  • ein Punkt etwas unterhalb des Knies
  • ein Punkt am kleinen Zeh
  • ein Punkt am oberen Teil des Innenknöchels
  • ein Punkt an der rechten und linken Wade

Akupunktur sorgt für Ausschüttung von Glückshormonen

In entsprechenden Untersuchungen ließ sich nachweisen, dass der Körper mit einer verstärkten Ausschüttung von Glückshormonen wie Serotonin reagiert, nachdem die Akupunkturnadeln gesetzt werden. Das wirkt nicht nur (Schwangerschafts)depressionen entgegen, sondern lindert auch Schmerzen und wirkt ganz unmittelbar beruhigend. Ebenso weisen die Hirnareale, die in Verbindung mit den Meridianpunkten stehen (die Punkte, an denen die Nadel gesetzt werden), eine erhöhte Aktivität auf.

Die Akupunktur hilft u.a. bei:

  • Schmerzen ,
  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Migräne,
  • Durchblutungsstörungen,
  • Schwellungen,
  • Karpaltunnelsyndrom und
  • (Schwangerschafts)depression.

Geburtsvorbereitung mit Akupunktur

Nicht nur Schmerzen und Depressionen lassen sich mit der Behandlungsmethode lindern: Zusätzlich erleichtert die Akupunktur die Geburt. In einer an der Frauenklinik Mannheim durchgeführten Studie konnte man nachweisen, dass sich die Dauer der Geburt im Schnitt von zehn auf lediglich acht Stunden verkürzen lässt, wenn Frauen mit Akupunkturnadeln behandelt werden. Gleichzeitig beruhigt die Akupunktur aufgewühlte und ängstliche Frauen und sorgt damit für ein niedrigeres Stresslevel.

Fast keine Nebenwirkungen

Klassische Nebenwirkungen wie sie bei der Gabe von Schmerzmitteln in der Schwangerschaft vorkommen können, sind bei der Akupunktur nicht zu befürchten. Sollte es bei der Behandlung zu Kreislaufbeschwerden kommen, liegen diese meist in einer grundlegenden Angst vor Nadeln begründet. Auch etwaige Rötungen oder kleine blaue Flecken, wie sie nach einer Akupunktursitzung vorkommen können, verschwinden bereits nach kurzer Zeit wieder von alleine. Bei einer Risikoschwangerschaft oder Auffälligkeiten wie einer Plazenta Praevia oder Gerinnungsstörungen sollte auf die Akupunktur zur Geburtsvorbereitung und Linderung von Beschwerden verzichtet werden.

Tipp: Die Akupunktur kann bei bestehendem Kinderwunsch auch vor der Schwangerschaft hilfreich sein, um beispielsweise das Rauchen aufzugeben. Sogar bei einer Alkoholabhängigkeit oder Drogensucht kann die Akupunktur als begleitende Therapie helfen.

Behandlung durch Arzt oder Hebamme

Durchgeführt wird die Akupunktur während der Schwangerschaft von Ärzten und Hebammen mit entsprechender Zusatzausbildung. Inwieweit die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden, muss im Einzelfall geklärt werden. In der Regel werden die Kosten bei der Akupunktur in der Schwangerschaft nur für die Behandlung von Rücken- oder Gelenkschmerzen übernommen. Die Kosten bei der geburtsvorbereitende Akupunktur müssen meist selbst (oder teilweise selbst) getragen werden. Hier ist mit rund 20 Euro pro Sitzung zu rechnen, die allerdings als “außergewöhnliche Belastungen” steuerlich geltend gemacht werden können.

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